Wenn ihr noch keinen Hund hattet, kauft euch auf jeden Fall ein Buch über Hunde und deren Erziehung sowie Bedürfnisse !! Martin Rütters Bücher lese ich gern, sie sind gut geschrieben und verständlich. Seine Ausbildung ist fair und am Hund orientiert.
Was wollt ihr für einen Hund? Welpe, Junghund oder Erwachsener? Wenn ihr vorher noch keinen Hund besaßt und unerfahren seit, wäre ein junger Erwachsener, der bereits eine grundlegende Ausbildung hat, optimal! Wenn ihr einen Welpen/Junghund wollt, seht euch VORHER nach einer Hundeschule oder einem kompetenten Hundetrainer um, der euch bei Fragen zu Seite steht!
Krankenversicherung: Da kann ich leider nicht viel sagen, da wir keine besitzen. Es gibt welche, die decken nur OP-Kosten ab, und solche, die alle Tierarztkosten übernehmen.
Züchter: Erkundigt euch bei Zuchtverbänden oder -vereinen (bsp. Labradorclub Deutschland e.V.). Wir haben einen Labrador vom "Auerswalder Teich" (Mario Nauke, bei Chemnitz) in der Familie – der Hund kam einjährig zu meinen Schwiegereltern, war gut sozialisiert und ist ein treuer Partner. Bei den dort eingetragenen Züchtern würde ich mich umschauen. Achtet auf HD-freie Zucht und guckt euch, wenn möglich Elterntiere, Großeltern, Geschwister usw. an.
Treppensteigen: 40 Stufen sind kein Pappenstiel, insbesondere für eine Rasse, die die Gelenke betreffend anfällig ist wie ein Labrador. Wir haben Ella bis zu einem Alter von 10 Monaten die Treppen runtergetragen, hoch ca. bis 7 oder 8. Die Belastung ist nicht zu unterschätzen, da besonders bei jungen Hunden gleichförmig belastende Bewegung schädlich ist (auch Fahrradfahren, Joggen etc.) Besser ist abwechslungsreiche Bewegung wie beim Spielen mit dem Mensch oder anderen Hunden. Tragt euren Hund solange es geht (bis ca 20 kg)!
Gerade bei jungen Hunden ist Übergewicht sehr schädlich und Labradore bekanntermaßen leichtfuttrig, d.h. sie setzen schnell an! Übergewicht im jungen Alter schadet direkt den Sehnen, Gelenken und Bändern, aber auch indirekt über den Stoffwechsel! Also schlank halten!
Schlafplatz: In einer Ecke, wo der Hund ungestört sein, aber auch am Geschehen teilnehmen kann. Es sollte nicht zugig (Fenster), nicht vor der Heizung und nicht unbedingt in zentraler Lage (Flur) ein Ruheplatz stehen. Wir haben für Ella einen Schlafplatz im Schlafzimmer, einen Kennel im WoZi und im Flur (lacht nicht!
) Dazu eine kurze Erklärung: Ella tat sich sehr schwer mit dem Alleinebleiben. Wahrscheinlich aus Kontrollsucht legt sie sich immer direkt vor die Wohnungstür bzw. in den Flur, wenn sie alleine ist. Da wir dort Granitplatten haben, die entsprechend kalt sind, haben wir ihr das Zugeständis mit dem Platz im Flur gemacht. Aber wenn man es von vornherein vermeiden kann, ist's besser.
Alleinebleiben: Ella tat sich schwer, aus heutiger Sicht würde ich eher mit dem Alleinbleiben-üben anfangen. Dass kann schon 3-4 Tage nach der Ankunft des Hundes sein, wenn er sich etwas eingelebt hat. Einfach mal ohne Worte die Tür hinter sich zumachen (anfangs reichen ein paar Sekunden). Steigerungen sollten langsam erfolgen, damit es alltäglich wird und keine Angst entsteht. Bis vier Stunden erreicht sind, können Monate ins Land gehen! Aber es ist durchaus eine Zeit, die noch ok für einen Hund ist. Die einen lernen's ganz schnell, die anderen (Ella…) tun sich eher schwer.
Einige sagen beim Alleinbleibentraining, dass man den Hund ignorieren sollte, wenn man die Wohnung wieder betritt. Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, den Hund leise (auf keinen Fall überschwenglich!) zu loben, wenn er ruhig war (denn das möchte man ja von ihm!). Ein leises, freundliches, "suuper" oder "braaav". Wenn er Terror gemacht hat (oder aber etwas kaputt gegangen ist, oder ein Pfütze oder Schlimmeres hinterlassen wurde), dann sollte man ihn ignorieren, aber nie – NIE !!! – strafen !!
Schreibt mal, ob und für wen ihr euch entschieden habt, und bei Fragen immer fragen !!
Vorab viel Spaß und viele Grüße
Sophia mit Ella